Ausflug zum Tag der Deutschen Einheit – Aber warum ausgerechnet ins Selketal? 2023

Ausflug zum Tag der Deutschen Einheit – Aber warum ausgerechnet ins Selketal? 2023

Selketal, den 03. Oktober 2023

Ulrike schrieb uns per WhatsApp an, nach dem wir ihr ein paar Bilder von unserer „Tag der Deutschen Einheit 2023“ Tour geschickt hatten: „Wo liegt Selketal? Habe den Ortsnamen noch nie gehört?“. Hätte Ulrike im 19. Jahrhundert gelebt, so hätte sie gewusst, dass „es ein ganz bekannter Kurort ist! Wie berichtet wurde, wurde dort im 19. Jahrhundert ein hoher Anteil an Jod, Eisen und Fluor im Wasser gefunden. Damals versprachen diese Elemente eine große Heilkraft“. Das ist aber nur ein Teil der Geschichte zum Selketal und Alexisbad. Ein anderer Teil rangt sich um einen Ausflug (1938) der Familie Fickert und Siebert ins Selketal, sowie ein Aufenthalt (1949) von Karin Siebert (verh. Blumenthal) in der Falkenhütte, einem ehemaligen Freizeitheim.

Nun aber zu unserem Ausflug. Gestartet haben wir den Tag mit einem Mittagessen im Gasthaus Sternhaus mit gutbürgerlicher Küche: Wildgulaschsuppe und Rouladen mit Kloß und Rotkraut. Von hieraus ging es dann weiter ins Selketal in den Ort Alexisbad. Den ganzen Ort würde ich in die Kategorie „Lost Place“ einordnen. Im 19. Jahrhundert war hier sicher mal was los – aktuell zerfallen die Gebäude. Bekannter Hotspot im Ort ist der Lost Place des ehemaligen Ferienheims. Dann zog es uns nach Mägdesprung. Einem kleinen Ort an der Selke. Hier entstand unser Foto auf der Brücke. Ein ähnliches Bild gibt mit Georg Fickert, seiner Frau Hilkelina, Enkeltochter Karin und Tochter Marie (siehe unten) aus dem Jahre 1938. Wir folgten dann einem schlechten Weg, um am Ende das Landhaus Selkemühle zu erreichen. Auch dieser Ort verdient das Prädikat „Lost Place“. Von hier aus hätten wir die Burgruine Anhalt sehen können. Diese war aber hinter Bäumen versteckt. Wir fuhren die Holperstrecke zurück nach Alexisbad, wo eine Dampflokomotive unseren Weg zum Hotel zum Falken kreuzte (das Hotel liegt auch im Selketal, die Straße ist allerdings auf einige hundert Meter für Fahrzeuge gesperrt, sodass man einmal um das Tal herumfahren muss, um an das andere Ende zu gelangen). Dies war unsere letzte Station. Ihr werdet unter den s/w Foto weiter unten einige alte Aufnahme zu dieser Location finden. Karin (Blumenthal (geb. Siebert)) war hier zu einem Ferienheimausflug im Jahre 1949.

Wir hatten auch den Plan, die Burg Falkenstein zu besuchen. Das haben wir aber gelassen, denn an diesem Wochenende fand das Burgfest statt und es war dort sehr voll. Die Burg werden wir uns später einmal ansehen.

Alte Fotos aus dem Nachlass von Karin Blumenthal (geb. Siebert) und Georg Blumenthal.

Fotos von 1938 – Ausflug ins Selketal bei Mägdesprung

Juni 1938 [Datum Annahme: 01.06.1938, Person: Georg Fickert, Hilkelina Fickert (geb. Hobby), Karin Blumenthal (geb. Siebert), Marie Siebert (geb. Fickert), Ort Annahme: Brücke über die Selke (Mägdesprung, B185), [dAG]]
Juni 1938 [Datum Annahme: 01.06.1938, Person: Georg Fickert, Karin Blumenthal (geb. Siebert), Ort Annahme: [DEU] im Selketal bei Mädgesprung, [dAG]]
Juni 1938 [Datum Annahme: 01.06.1938, Person: N.N., Karin Blumenthal (geb. Siebert), Curt Siebert., Georg Fickert, Marie Siebert (geb. Fickert), Ort Annahme: [DEU] im Selketal bei Mädgesprung, [dAG]]

Fotos von 1949 – Ausflug ins Selketal bei der Falkenhütte bzw. Hotel zum Falken

Falkenhütte, den 28.6.49 – Bei Tante Else, Onkel Fritz, Tante Grete u. Oma Lange im Ferienheim [Datum: 28.06.1949, Ort Annahme: Falkenhütte bei Meisdorf/Harz, Annahme: auf dem Gelände des Hotel Zum Falken [51°41’18.3631″ N 11°16’30.1987″ E], Personen Annahme: N.N’s., Karin Blumenthal (geb. Siebert) (4. Reihe, 1 vr?)[dAG]]
Die Schwarzweiß-Ansicht zeigt Gebäude der ehemaligen Mühle im Grund im Talgrund. Vor dem Giebel des Hauptgebäudes steht unterhalb des Balkons eine Kopfweide. Im Hintergrund erheben sich die Hänge des Selketals. nicht gelaufen Legende: Gaststätte „Zum Falken“ Meisdorf-Harz unter der Burg Falkenstein / Bes. Fritz Donath
Auf der Schwarz-Weiß-Fotografie ist die sogenannte Falkenhütte im Selketal unterhalb der Burg Falkenstein zu sehen, ein Fachwerkgebäude, welches in den 1950er Jahren als Jugendherberge genutzt wurde. gelaufen gestempelt Aschersleben Legende: Falkenhütte bei Meisdorf / Harz

Anmerkung:

[Quelle: https://www.stern.de/reise/lost-place-im-harz–in-alexisbad-steht-ein-verlassenes-erholungsheim-33406692.html]

Lost Place im Harz: In Alexisbad steht ein verlassenes Erholungsheim

Umgeben von wunderschöner Natur steht in Alexisbad im Harz ein imposantes, altes Gebäude, welches seit Jahren leer steht…

Im Harz ragen zwischen Baumwipfeln, rauschenden Naturbächen und herrlicher Natur die Türme eines markanten Gebäudes in den Himmel. Sie gehören zu einem ehemaligen Erholungsheim in Alexisbad – dem Stadtteil von Harzgerode in Sachsen-Anhalt.

Zu DDR-Zeiten konnten in diesem Gebäude Angestellte der Deutschen Reichsbahn (DR) Erholungsurlaub machen – und das nicht ohne Grund: Das Gebäude liegt im Selketal, wo romantische Wälder, Flusstäler und unbelassener Natur zu finden ist. In der Nähe liegen zum Beispiel der Selke-Wasserfall, die Magdtrappe und die Köthener Hütte. Auch die Haltestelle „Alexisbad“ der Selketalbahn, welche zur Harzer Schmalspurbahn gehört, ist nicht weit entfernt.

[Quelle: https://www.wikiwand.com/de/Selketal]

Selketal

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG 0073 ist rund 660 Hektar groß. Es ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Selketal und Bergwiesen bei Stiege“ und des EU-Vogelschutzgebietes „Nordöstlicher Unterharz“. Das Naturschutzgebiet ist nahezu vollständig vom Landschaftsschutzgebiet „Harz und Vorländer“ umgeben. Im Südwesten grenzt es an das Naturschutzgebiet „Oberes Selketal“. Insgesamt 169,19 Hektar der Wälder im Naturschutzgebiet sind als Totalreservat ausgewiesen. Das Gebiet steht seit 1994 unter Schutz (Datum der Verordnung: 21. Februar 1994). Es ersetzt das 1961 ausgewiesene, 77,5 Hektar große, aus zwei Teilen bestehende Naturschutzgebiet „Selketal“, das den Bereich um die Burg Alter Falkenstein und die Südhänge der gegenüberliegenden Berge Ackeburg und Wilhelmsberg unter Schutz stellte. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Harz.

Das Naturschutzgebiet liegt in der Stadt Falkenstein/Harz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Es erstreckt sich südlich von Ballenstedt entlang des tief eingeschnittenen Selketals zwischen Meisdorf und der Gemeindegrenze zu Quedlinburg bzw. Harzgerode und umfasst die Selke mit ihrem Talraum, in dem der Fluss einen weitgehend freien und unverbauten Lauf hat, Bereiche der ihr zufließenden Bäche sowie Hangbereiche der das Selketal säumenden Berge.

[Quelle: https://www.zeitbrueche.de/harz.html]

Abseits der Touristenströme

Inmitten des wildromantischen Selketals liegt die beschauliche Ortschaft Mägdesprung. Der Brand einer traditionsreichen Ausflugsgaststätte im Sommer 2018 verdeutlicht das enge Nebeneinander von Licht und Schatten in einer der beliebtesten Urlaubssregionen Mitteldeutschlands.

Das Selketal gehört zu den schönsten Flusstälern des Harzes. Der gut 60 Kilometer lange Fluss ist ein Nebenarm der Bode, der unverbaut und naturbelassen den Unterharz und das nördliche Harzvorland durchfließt. Wenngleich das Selketal zu den empfehlenswerten Ausflugszielen des Harzes gehört, ist an vielen Stellen zu spüren, dass es auch ein wenig aus der Zeit geraten ist. Es liegt abseits der großen Menschenströme zum Brocken und zu anderen so genannten Hot Spots. Mit seiner überkommenen Infrastruktur passt es nicht so recht in die typischen Touristengeschmäcker der Zeit. Doch das spricht nicht gegen den Landstrich mit seinem eigentümlichen Reiz. Was manche Touristen reizt, konfrontiert zudem den Berufspendler mit Problemen. Ein abgelegener Standort gilt als Geheimtipp, wenngleich ausbleibende zahlende Kundschaft den Ortsansässigen den Broterwerb verhagelt.

Vergessene Randlagen

Abseits der stark frequentierten Gebiete, nicht selten auch in malerischen Gegenden und beschaulichen Ortschaften, bröckelt der Putz. Es regieren Leerstand, Ödnis und Verfall. Die Gründe sind oftmals dieselben: Strukturwandel, leere öffentliche Kassen, fehlende Arbeitsplätze, demografischer Wandel. Besucher blieben aus, Anwohner zogen fort. Durch unzureichendes Gegensteuern schuf die Zeit unumkehrbare Tatsachen. Ganze Ortschaften und Landstriche drohen darüber in Vergessenheit zu geraten. Tourismus ist kein Selbstläufer.

Abseits in Mägdesprung

Einer dieser Orte ist das Städtchen Mägdesprung im südlichen Selketal. Die Sage vom Mägdesprung über das Selketal wurde von den Brüdern Grimm und Ludwig Bechstein aufgezeichnet. Einst soll hier ein Riesenmädchen zu einem kühnen Sprung über das Tal angesetzt haben. Im 17. Jahrhundert hielt die Hüttenindustrie Einzug in Mägdesprung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich der Standort im 19. Jahrhundert zu einer erfolgreichen Adresse für Kunstguss-Erzeugnisse. Das beschauliche Städtchen an der Selke brachte es in der Folge bald auf mehr als 200 Einwohner. Die Geschicke von Hüttenwerk und Ort waren stets eng miteinander verbunden. Nach der politischen Wende geriet das Werk binnen kurzer Zeit zu einer Industriebrache. Das Gelände wurde beräumt, Teile davon parzelliert und verkauft. Im Jahre 2016 zählte man im inzwischen nach Harzgerode eingemeindeten Mägdesprung noch 54 Bewohner. Von großen Sprüngen kann man hier nicht mehr berichten.

Welterbe, ­Leuchttürme und Ödnis

Dabei liegt das Selketal nicht im Niemandsland, keine zwanzig Kilometer entfernt befindet sich die Welterbestadt Quedlinburg mit ihrem historischen Kern aus Fachwerkbauten, dem Dom und einer recht lebendigen Innenstadt. Dort und an anderen Hotspots scheint die touristische Welt in Ordnung, doch zwischen ihnen gähnt Ödnis. Einige wenige lokale Gaststätten und Hotelbetriebe harren noch gegen den Mainstream aus. Bäcker und Fleischer findet man meist nur noch im Discounter in lokaler Randlage. Für einen Ausflug in die Gegend sollte man sich besser Speisen und Getränke mitnehmen.

[Archiv: 2023-10-03 Ausflug zum Tag der Deutschen Einheit]
[Archiv: ALR GK Blumenthal – S/w Aufnahmen] plus Postkarten aus dem Internet

Dr. Glombik Andreas

Andreas wurde am 24.07.1961 in Bremen-Blumenthal geboren. Er studierte in Erlangen-Nürnberg, am Paul-Scherrer Institut (CH), am Rutherford Appleton Laboratory (Oxford, Didcot, UK). Heute arbeitet er als Unternehmensberater bei der macros Consulting Group. Mobil: +49 170 331 2221

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